WordPress sendet keine Mails – Was nun?

Ihr WordPress schickt keine E-Mails heraus? Das ist garnicht so selten!

Eine WordPress-Installation verschickt normalerweise bei vielen Gelegenheiten E-Mails: Gleich nach der Installation, beim Anlegen neuer Benutzer, beim Wechsel von Passworten oder E-Mail-Adressen, wenn eine neue Version ansteht oder automatisch installiert wurde, wenn Kommentare auf Freigabe warten und so weiter.

Auch Plugins senden oft E-Mails: Kontaktformulare wie CF7 oder WPForms machen nichts anderes, als die erfassten Daten per E-Mail an den Administrator zu schicken, E-Commerce-Plugins wie WooCommerce senden bei jeder Bestellung zahlreiche E-Mails wie Bestellbestätigung, Zahlungsbestätigung oder Versandbestätigung.

Sind meine E-Mails überhaupt versandt worden?

Standardmäßig versendet WordPress die Mails mit der Funktion wp_mail(), die von ihrer Funktionsweise der PHP-eigenen Funktion mail() entspricht. Leider haben viele Hoster ihre Server nicht korrekt konfiguriert oder wollen bewusst vermeiden, dass php-Programme E-Mails auf diese einfache Weise versenden. Als Grund wird meist Spam-Vermeidung genannt. Aber selbst, wenn wp_mail() beim Hoster erlaubt ist, können WordPress-E-Mails beim Empfänger im Spam landen oder nicht ankommen. Das liegt daran, dass WordPress zunächst immer die Mail-Adresse des Administrators als Absender angibt. Spätestens beim Empfänger fällt das auf: Die E-Mail-Adresse passt nicht zur versendenden Domain. Dadurch landet die Mail im Spam oder wird garnicht zugestellt.

Um zu testen, ob die WordPress-Mails tatsächlich verschickt werden und auch wirklich ankommen, kann man das kleine WordPress-Plugin Check & Log Email verwenden. Man kann damit ebenso alle ausgehenden E-Mails protokollieren. Auch ein schneller erster Check ist möglich, um zu prüfen, ob eine Änderung des Absenders (From:) in einem angepassten E-Mail-Header (Use custom headers:) eine bessere Zustellung bewirkt oder das Landen im Spamordner vermeidet. Testen Sie einmal als Absender (From:) eine Adresse wie noreply@<domain>.de und Sie werden verblüfft sein, dass ihre Mails plötzlich durchgehen.

WordPress-Mails per SMTP versenden

Allerdings ist obiges Plugin nur ein Testplugin, das Sie wieder deaktivieren und löschen werden, sobald Sie Gewissheit haben. Um dauerhaft dafür zu sorgen, dass Ihre WordPress-E-Mails ankommen, sollten Sie diese über den SMTP-Server versenden, der zu jedem vernünftigen Hosting-Paket dazugehört. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  1. Richten Sie über das Kundenmenü bei Ihrem Hoster eine neue E-Mail-Box ein und nennen Sie diese z.B. noreply@<ihredomain>.de
  2. Vergeben Sie für diese Mailbox ein starkes, kryptisches Passwort und notieren Sie sich dieses. Das benötigen Sie später.
  3. Erfragen Sie bei Ihrem Hoster die Adresse Ihres SMTP-Servers. Oft können Sie diese direkt in Ihrem Kundenmenü einsehen, dort wo Sie auch die E-Mail-Box eingerichtet haben.
  4. Installieren Sie nun das Plugin WP Mail SMTP by WPForms.
  5. Nach dem Aktivieren will dieses Plugin Sie durch einen Setup-Assisten führen. Überspringen Sie diesen Schritt, indem Sie ganz unten auf Gehe zurück zum Dashboard klicken.
  6. Unter WP Mail SMTP > Einstellungen gehen Sie nun auf den Punkt E-Mail-Adresse des Absenders und tragen dort Ihre unter Punkt 1 eingerichtete Adresse noreply@<ihredomain>.de ein.
  7. Setzen Sie den Haken bei E-Mail-Adresse des Absenders im „Von“-Feld erzwingen
  8. Wählen Sie nun unter E-Mail-Versandanbieter einfach Andere SMTP-Verbindung aus.
  9. Geben Sie im Feld SMTP-Server die Adresse des unter Pkt. 3 erfragten Servers an.
  10. Als Verschlüsselung wählen Sie TLS. Dies setzt den SMTP-Port automatisch auf 587.
  11. Lassen Sie Authentifizierung aktiviert.
  12. Tragen Sie jetzt unter SMTP-Benutzername nochmals die unter Pkt. 1 angelegte E-Mail-Adresse ein: noreply@<ihredomain>.de
  13. Unter SMTP-Passwort tragen Sie das unter Pkt 2. notierte starke Passwort ein.
  14. Speichern Sie die Einstellungen.

Das war’s! Jetzt dürfen Sie nur noch unter dem Tab E-Mail-Test ausprobieren, ob das Setup funktioniert hat und Sie werden hoffentlich nie wieder Probleme mit dem Versand aus Ihrer WordPress-Installation haben.

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