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Reden und schreiben Sie von sich selbst in der dritten Person?

Heide Liebmann hat auf ihrem Business-Blog eine interessante Diskussion begonnen:

Ist es professionell oder pseudo-professionell, auf Websites sein Profil in der 3. Person zu schreiben?

workshop-inbound-marketingIch gebe zu, auch für mich war das ein Lernprozess, und nicht vom Beginn meiner Selbständigkeit an habe ich die Chance genutzt, mich durch Schreiben in der ersten Person authentisch zu zeigen. Doch gerade positive Beispiele aus der Webworker-Branche, wie die von mir geschätzten Vladimir Simovic, Gerrit van Aaken und Rolf Neijman haben mir gezeigt, dass offenbar Erfolg und direkte Ansprache positiv korrelieren.

10 erfolgreiche Marketing-Blogger im Vergleich
Schauen wir uns aber einmal unter den 10 erfolgreichsten deutschsprachigen Bloggern der Marketing-Branche um. Wie halten diese es in der Eigendarstellung mit „Ich“ und „Er“? Und als Ergänzung: Wie lösen sie das hiermit verwandte „Du-Sie-Problem“, wenn sie ihre Leser ansprechen?

  1. Werbeblogger Roland Kühl-v. Puttkamer stellt sein Team in der dritten Person vor. „Er ist spezialisiert auf Markenklänge.“ Die Leser werden in der zweiten Person Mehrzahl „geeuert“.
  2. Deutsche Startups aus dem Hause Samwer-Holtzbrinck halten es ähnlich. Alexander Hüsing, Stefan Vosskötter, Christina Cassala und René Ermes beschreiben sich selbst im Singularis vulgaris. Der Leser wird geduzt: „Mit deinem Profil kommentieren“. Hä?
  3. Bei Off-the-record hat Olaf Kolbrück seine Bio gut versteckt, benutzt dann aber den dritten Fall Singular, um sich und „Spießer Alfons“ zu beschreiben. Die Leser und der Rest der Welt wird in der zweiten Person Plural angesprochen.
  4. Von Jochen Krisch von Exciting Commerce finde ich nach längerer Suche eine About-Seite mit Links auf sein XING-Profil. Scrollt man ganz nach unten, so gibt es auch noch einen Abschnitt „Zur Person“, natürlich in der dritten Person. Ein Muster an Bescheidenheit.
  5. Peer Wandiger, „Selbständig im Netz“, ist der erste aus diesem Ranking, dessen Gesicht auf der Startseite zu finden ist. Selbstbewusst schreibt er „Ich bin …“ und duzt seine Leser von Beginn an. Hier trifft Heides These zu, dass die direkte Ansprache mehr beim Leser bewirkt, als das Versteckspiel des dritten Falles.
  6. Auch PR-Blogger Klaus Eck pflegt seine Personenmarke in der Sidebar, spricht aber von sich selbst im dritten Fall und siezt seine Leser konsequent. Letzteres passt zu der seriösen Erscheinung seines Auftritts und hat für den Autor sicher auch mit dem Respekt gegenüber seinem Publikum zu tun.
  7. Best Practice Business ist eigentlich eine Alleinveranstaltung von Burkhard Schneider, der sich wiederum in der dritten Person beschreibt. Foto? Fehlanzeige.
  8. Bei Handelskraft bleiben die Autoren gleich ganz im Dunkeln, dafür gelangt man aber zu einer Profilseite der doppelten Christians, die die Geschäfte führen. Mich würden eher die Blogger Sebastian und Maik interessieren.
  9. Martin Ötting ist dagegen jemand, der als Blogger selbst Gesicht zeigt. Auf Connected Marketing stellt er sich selbst in sympathischer Form in der ersten Person vor. In seinen Texten spricht er die Leser meist mit „Sie“ an, wobei Passivkonstruktionen hin und wieder die direkte Ansprache zu vermeiden suchen.
  10. Platz Zehn im Ranking belegen derzeit SinnerSchrader mit dem Fischmarkt. Hier klaffen Anspruch („Märkte sind Gespräche“ – Cluetrain Manifesto) und Wirklichkeit meilenweit auseinander. Hier gibt es noch nicht mal einen Gesprächspartner, also keine Autoren, und damit auch keine Kommentare. Märkte sind Gespräche – Fischmärkte sind Schweigen.

Fazit: Nur zwei der zehn erfolgreichsten deutschen Marketing-Blogger schaffen es, über den Schatten zu springen und von sich selbst in der ersten Person zu schreiben. Alle anderen verharren im Singularis vulgaris oder sind als Autoren inkognito gegangen.

Ich würde gern von Ihnen wissen:

  1. Stellen Sie sich Ihren Lesern in der ersten oder dritten Person vor, und warum?
  2. Duzen oder Siezen Sie Ihre Leser und hat das etwas mit Frage 1 zu tun?

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