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99 Blog-Tipps (2): Finger weg von Google Adsense!

google-adsenseViele private und professionelle Blogger versuchen, mit Google Adsense ihr Taschengeld aufzubessern oder die Serverkosten wieder herein zu bekommen. Adsense ist kontenxtsensitive Werbung, die von Google-Werbekunden auf Ihrem Blog geschaltet wird. Sie bieten also Google Werbefläche an, die Google an die Nutzer von Google Adwords weitervermietet. Dabei erfolgt die Auswahl der Anzeigen über ein automatisiertes Bieterverfahren. Die Werbung ist kontextsensitiv – Google Adsense analysiert den Inhalt Ihres Blogs und schaltet nur solche Werbung, die zum Inhalt passt.

Finger weg von Google Adsense!
Für ein Business Blog ist die Schaltung von Adsense-Anzeigen in der Regel nachteilig. Weshalb?

  1. Auf Ihrem Business Blog werden Anzeigen unmittelbarer Wettbewerber geschaltet. Das können Sie zwar durch Sperrfilter teilweise unterdrücken, die Pflege der Blacklists ist aber enorm aufwändig.
  2. Adsense ist ein Pay-per-Click-Verfahren. Die pro Click gezahlten Beträge schwanken stark, je nach Branche, Anzahl der Bieter, Tageszeit, Position der Anzeige auf der Website usw. Für Adsense-Nutzer sind die von Google angebotenen Statistiken kaum transparent.
  3. Die Click-Through-Raten liegen bei Adsense im Bereich von 1 bis 2%, selbst wenn Sie die lukrativsten Positionen auf dem Blog (im Header, im oberen Bereich der Sidebar und am Übergang von Blogposting zu Kommentar) vermarkten. Dadurch erreichen Sie selbst nach langer Optimierung in den meisten Branchen höchstens Einnahmen von 2 bis 3 Euro auf 1000 Seitenaufrufen (PI). Viele Adsense-Nutzer liegen beim CPM (Cost per Mille – Einnahmen auf 1000 PIs) unter einem Euro.
  4. Das Adsense-Verfahren ist betrugsanfällig. Google bekommt es seit Jahren nicht in den Griff, „gutartige“ Klicks von manipulativem „Klickbetrug“ zu trennen. Jeder boshafte Nutzer (auch Ihr Wettbewerber) kann Sie durch wildes Klicken auf die Adsense-Anzeigen auf Ihrem Blog aus dem „Geschäft“ klicken. Google unterstellt dann Ihnen – nicht Ihrer Konkurrenz – dass Sie manipulieren wollten, um illegale Adsense-Einnahmen zu erlangen.
  5. Ihr Adsense-Konto wird danach in der Regel für immer gesperrt. Sie können zwar über ein Webformular Einspruch einlegen, hören aber meist nie wieder etwas von Google, selbst wenn Sie sich zu jeglicher Kooperation zur Aufklärung der „betrügerischen Manipulationen“ bereit erklären.
  6. Google unterschlägt bei dieser Sperrung ebenfalls alle bisher aufgelaufenen Einnahmen. Da die Auszahlungsgrenze bei 100$ (rund 70€) liegt, sind es durchschnittlich 35€, die Google bei jedem Rauswurf „verdient“. Ein einträgliches Geschäft, wenn man bedenkt, dass Google weltweit so verfährt und täglich Tausende kleine Blogger und andere Publisher vor die Tür setzt.

Kritik auch an Google Adwords
Das Verfahren von Google Adsense ist durch ein ständiges Mißtrauen zwischen dem Vermittler der Werbeleistung (Google) und den Leistungserbringern (Ihnen als Betreiber der Website bzw. des Business Blogs) gekennzeichnet. Im schlimmsten Fall werden Sie als Lieferant kriminalisiert, indem Google Ihnen Betrug unterstellt. Es sind genug andere da, die Ihnen nachfolgen möchten. Insofern hat Google keinen Mangel an neuen „Adsense-Partnern“.

Die Adsense-Praxis hat Auswirkungen auf Google Adwords, die Einnahmeseite von Google. Als zahlender Google Adwords-Kunde muss man sich darüber im Klaren sein, dass man hier in ein System mit einem grundlegenden Systemfehler einzahlt: die Manipulationsmöglichkeit durch jeden beteiligten Nutzer und durch Google selbst. Als Adwords-Kunde zahlen Sie an Google auch für Leistungen, für die Google seinen eigentlichen Leistungserbringern (den Adsense Publishern) den Lohn vorenthält. Alles also eine Frage der Ethik: Wenn Sie als Konsument fair gehandelte Waren bevorzugen, sollten Sie als Werbetreibender einmal in Ruhe drüber nachdenken, ob Sie Ihre Online-Werbebudgets weiter zu Google Adwords tragen.

workshop-inbound-marketingDie Alternative? Werben Sie direkt auf Websites und Blogs, die über Ihre Dienstleistungen, Ihre Produkte und Ihre Branche berichten! Ein 125×125-Banner, das Sie für 100 Euro auf einem gut frequentierten Fachblog Ihrer Branche plazieren, wird Ihnen mehr Leads oder Onlineverkäufe bringen, als 100 Euro, die Sie in Adwords investieren. Denken Sie immer daran: Der Erfolg von Onlinewerbung ist in Euro und Cent messbar, man muss es nur ausprobieren. Aber bitte fair.

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29 Kommentare

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