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Blog-Monetarisierung: Mit 404-Seiten Geld verdienen

| 9.473 mal gelesen |

Wer kennt nicht die Meldungen „Ups… Fehler 404 – Seite nicht gefunden.“, die man regelmäßig beim Surfen erhält? Die meisten Webserver sind so konfiguriert, dass sie den Fehlercode 404 zurückgeben, wenn sie auf eine HTTP-Anfrage keine passende Seite ausliefern können. Dennoch ist das kein Grund, dem Besucher eine leere Seite, oft noch mit einer englischen Fehlermeldung zu zeigen!

Der 404-Selbsttest
Setzen Sie doch einmal eine beliebigen Buchstabenfolge hinter die Adresse Ihrer Website oder Ihres Blogs, etwa „www.MeineWebsite.de/abcdefgh“. Sie könnten überrascht sein, was Sie Ihren Besuchern „zumuten“. Das kommt garnicht so selten vor, wie ein Blick in Serverstatistiken zeigt. Ich habe schon Webserver gesehen, bei denen 15 Prozent aller HTTP-Anfragen mit „404 – Page not found“ beantwortet wurden. 15 Prozent verschenkter Traffic! 15 Prozent verprellte Besucher! Die Websitebetreiber hatten es oft nicht einmal gemerkt – wohl aber ein Sechstel ihrer Besucher, die eine ziemlich leere Seite angezeigt bekamen.

Der Fehler 404 hat meistens folgende Gründe:

  • Der Besucher hat sich bei Eingabe der URL einfach vertippt.
  • Sie haben Seiten gelöscht oder umbenannt. Letzteres passiert häufig beim Pflegen der Tags oder der Kategorien.
  • Auf fremden oder eigenen Websites stehen fehlerhafte, gekürzte oder zerrissene Links zu Ihnen, sogenannte „Broken Links“.

Kein Problem bei Blogs?
Sie meinen, bei Blogs sei das kein Problem? Schließlich werde ja trotzdem der Header, oft sogar mit Suchfeld, manchmal eine Top-Navigation und fast immer die Sidebar mit Kategorien oder weiterführenden Links angezeigt?

In den meisten Fällen hilft das dem „404-Besucher“ kaum. Besucher, die über Suchmaschinen zu Ihnen kommen, sind oft mit Bloglayouts nicht vertraut. Sie sind dann vermutlich das erste und letzte Mal bei Ihnen zu Besuch gewesen.

Was können Sie also tun?
Das Problem der „Broken Links“ können Sie inzwischen dank der Google Webmaster Tools ganz gut in Angriff nehmen. Zumindest dann, wenn Sie Zugriff auf die Seite hat, von der der Broken Link ausgeht. Seit ein paar Wochen zeigt Google nicht nur an, welcher Aufruf Ihrer Seiten einen Fehler 404 verursacht, sondern auch, von welcher indizierten Seite der Link ausging. Liegt diese Seite auf einer eigenen Website, so können Sie ihn korrigieren, liegt er auf einer fremden Website, so können Sie den Inhaber informieren und um Korrektur bitten.

Besser auf Deutsch
Insgesamt wird sich damit aber nur ein kleiner Teil der 404’s beheben lassen. Was machen Sie also mit all den anderen Irrläufern? Zunächst einmal vernünftige Informationen anbieten: Eine kurze deutschsprachige Mitteilung, z.B. „Ihre Suche lieferte leider kein passendes Ergebnis.“ Das sieht besser aus, als die Standardausschrift des deutsche WordPress „Fehler 404 – nichts gefunden!“ oder gar ein „Ooops! 404 – Where did you find this link?“, wie man es in manchen nicht übersetzten Themes findet.

Für die Anzeige der 404-Meldung ist bei einem WordPress-Blog die Datei 404.php zuständig, die sich im Verzeichnis des gerade aktivierten Themes befindet. Den Inhalt dieser PHP-Datei können Sie aus dem Backend über Darstellung >> Themes bearbeiten >> 404 (Fehlerseite) (404.php) ansehen und editieren. Ändern oder ergänzen Sie die dort vorhandene Mitteilung. Machen Sie sich vorher natürlich eine Sicherung des Inhaltes der PHP-Datei.
Falls Sie das WordPress-Default-Theme kubrick benutzen, so ersetzen Sie die Zeile

<h2 class="center"><?php _e('Error 404 - Not Found', 'kubrick'); ?></h2>

einfach durch

<h2 class="center">Ihre Suche lieferte leider kein passendes Ergebnis.</h2>

(Für die Puristen: Alternativ können Sie auch die Sprachdatei des kubrick-Themes editieren, dazu brauchen Sie aber einen po-Editor.)

Suchfunktion anbieten
Vermeiden Sie alle weiteren Erklärungen an dieser Stelle. Niemand liest das. Der Besucher ist zunächst einmal über die konkrete Situation informiert – mehr aber auch nicht. Die normale Reaktion ist trotzdem fast immer, dass er Ihre Website umgehend verlässt. Alle tollen Eye-Catcher und Links im Header oder in der Sidebar wird er normalerweise ignorieren. Mit einer Ausnahme: Bieten Sie dem „Verirrten“ direkt hier eine Suchfunktion an! Ein Verweis auf die Suchfunktion im Header, Footer oder sonst irgendwo auf der Seite verhallt ungelesen. Da Sie also gerade dabei sind, fügen Sie in der 404.php folgende Zeile ein:

<p>Bitte versuchen Sie es noch einmal:<br /></p>

Und darunter der Code für die Suchfunktion! Halt, Stopp, welcher Code?

Adsense für Suchergebnisseiten
Sie könnten sich natürlich der WordPress-Bordmittel bedienen oder das Suchformular Ihres Themes benutzen. Doch es gibt eine interessantere Lösung: Als Teilnehmer des Google-Adsense-Programmes (und das sind gefühlte 80 Prozent aller Blogger) können Sie sich eine eigene Google-Suchmaschine konfigurieren, die z.B. nur Ihre eigene Website oder weitere ausgewählte Seiten durchsucht. Die Funktion heißt „Adsense für Suchergebnisseiten“. Dies ist auch für solche Blogger interessant, die normalerweise keine Adsense-Werbung auf Ihrem Blog haben wollen, da Fremdwerbung hier erst im Kontext der Suchergebnisse eingeblendet wird.

Geld verdienen mit 404-Seiten
Welchen Vorteil soll das bringen? Nach meiner Erfahrung sind die Click-Through-Raten in der konkreten Situation höher, als bei Adsense für Content-Seiten. Der „verirrte Besucher“ wird also durch Google auf eine passendere Seite auf Ihrem Blog zurückgebracht oder bringt Ihnen sofort Werbeeinnahmen.

Mich interessieren natürlich Ihre Erfahrungen mit „Adsense für Suchergebnisseiten“ im Vergleich zu „Adsense für Contentseiten“. Bitte um reichlich Kommentare…

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11 Kommentare

  1. Also das mit den 404-Seiten ist absolut neu für mich! Sehr interessant, danke dafür!

    Generell kann ich sagen, dass ich mit Adsense für Contentseiten mehr verdiene als mit Adsense für Suchergebnissseiten! Aber das kommt ja auch immer auf den Aufbau bzw. Charakteristik der Website an, finde ich!

  2. Pingback: Links der Woche - Podcasts, 404, Weihnachten und mehr » News, Tipps » Selbständig im Netz

  3. Echt gute Idee.
    Werd ich auch mal testen 🙂

  4. Sollte man kein WordPress verwenden, kann man eine individuelle 404-Seite auch per .htaccess erstellen.

  5. Pingback: The Art of Web Usability » Blog Archive » 404 - File not found

  6. Adsense auf 404-Seiten wird von Google erkannt und abgestraft. Dieses „Verhalten“ sollte berücksichtigt werden!

  7. Hi Phil, gemeint ist nicht Adsense für Contentseiten, sondern Adsense für Suchergebnisseiten, also der Einbau eines Google-Formulars auf einer 404-Seite. Dagegen hat Google meines Wissens nichts. Warum sollten sie auch? Zu diesem Zeitpunkt fließt ja noch kein Geld, sondern Traffic fließt zurück zu Google.

    Gruß,
    Karl-Heinz

  8. Adsense für Suchergebnisseiten hab ich auch auf den 404er Seiten, ist kein Problem und verstößt nicht gegen die Richtlinien.

  9. Auch ich kannte diese Art des Geld verdienes bisher nicht, es klingt auf jeden Fall sehr interessant. Ich denke aber dass man damit nicht das ganz grosse Geld machen kann, aber es ist sicher besser als nichts.

  10. Das ist wahr. Es sind nur wenige Cent auf 1000 PI. Insbesondere wenn man fleißig 301 Redirects gebastelt hat, hat man ja kaum 404-Seiten 🙂

  11. Sehr Interressant, gut zu wissen da ich noch neu im Bloggen bin und mich jetzt davor schützen kann.
    Vielen Dank 😉

    Maxi Netter