Bloggende Politiker gibt es auch in Deutschland. Bestes Beispiel ist für mich Michael Neumann, SPD-Fraktionsvorsitzender in der Hamburgischen Bürgerschaft. Da findet man alles, was man von einem bloggenden Politiker nicht nur im Wahlkampf erwartet: Terminankündigungen, Videocasts, MMS aus dem Parlament, übersichtlich zusammengestellte Pressemitteilungen und an manchen Tagen bis zu fünf Postings. Eine richtige “Rampensau”, dieser Hamburger, wenn ich das am Rosenmontag mal so salopp sagen darf.
Der Gegenentwurf dazu ist für mich das Blog des CDU-Fraktionschefs Friedbert Pflüger im Berliner Abgeordnetenhaus. Langeweile pur. Eine Woche nach der Hessen- und Niedersachsenwahl ist das Pflügerposting dazu immer noch der letzte Beitrag auf dem Blog.
Zwei Besonderheiten hat Pflügers Blog dennoch: Erstens sind Trackbacks deaktiviert, was imho von einem Verständnisproblem für die Wirkmechanismen von Blogs spricht. Zweitens hat Pflügers Blog sogar ein eigenes Watchblog: Das rote Blog von Hausmeister Pachulke.
Lesen Sie weiter »
5 Kommentare »

Auf dem Podium (v.l.) Jan Metzger (heute journal), Dr. Christian Trippe (Deutsche Welle Brüssel), Evelyn Fischer (Deutsche Welle Berlin), Gerd Brendel (Küchenradio Berlin), Dietmar Timm (Deutschlandfunk Köln).
Am Dienstag hatte ich Gelegenheit, zum zweiten Mal innerhalb einer Woche das Theaterstück “Die relevanten Journalisten und die irrelevanten Blogger” anzusehen. Nach der Podiumsdiskussion am Donnerstag beim Verband Deutscher Journalisten verfolgte ich in Berlin eine Podiumsdiskussion, die unter dem Titel “Podcast, Videocast & Co. – Innovative Darstellungsformen für den Auslandsrundfunk?” stand. Das Panel fand im Rahmen einer Konferenz “Neue Öffentlichkeit? Was Videojournalismus, Bloggen und Co. für Gesellschaft und Auslandsrundfunk bedeuten” statt, die die Deutsche Welle gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung veranstaltete.
Zwischen beiden Veranstaltungen kann man durchaus Parallelen ziehen: Die Zuschauer bekamen exemplarisch vorgeführt, welche Geringschätzung die etablierten Gatekeeper der öffentlichen Meinung gegenüber allem haben, was potenziell Ihre Berechtigung und Finanzierung aus öffentlichen Mitteln gefährdet.
Durch einige angekündigte provokante Thesen wollte Jan Metzger, stellvertretender Leiter der ZDF-”heute journal”-Redaktion aus Mainz, die Diskussion mit “den Bloggern” beleben. Ich habe mir folgende seiner Aussagen notiert:
Lesen Sie weiter »
8 Kommentare »