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Jan Metzger bald neuer Intendant bei Radio Bremen?

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Deutsche Besucher von twitter.com und heute.de, März 2009

Deutsche Besucher von twitter.com und heute.de, März 2009

Der 2008 durch seine verbalen Ausfälle gegenüber Bloggern („Blogs sind irrelevantes Geplapper“) bekannt gewordene Jan Metzger (ZDF) soll neuer Intendant bei Radio Bremen werden. Metzger, seit Anfang 2009 Redaktionsleiter des heute-Journals, soll am 14. Mai 2009 von den Mitgliedern des Bremer Rundfunkrates gewählt werden.

Sicherlich ist Kompetenz in Sachen Internet und Web 2.0 nicht das wichtigste Kriterium bei der Auswahl des Chefs einer Landesrundfunkanstalt. Metzger wird wohl andere Stärken haben, die ihn für das neue Amt befähigen, so ist für Bremen zu hoffen.

Hoffentlich aber wird sein Weggang dem heute-Journal in Sachen Web 2.0 guttun. Was dort am Dienstag der Redaktion anläßlich der T-mobile-Panne durchrutschte und über den Sender lief, hatte schon etwas rührend Unbeholfenes. Dort hieß es wörtlich, dass sich „Kommunikations-Freaks in sogenannten ‚Twitter-Blogs‘ (ein virtuelles Forum) im Internet Luft machten„.

Nun gibt es auf Twitter keine Blogs. Blogs sind auch keine Foren. Twitter könnte man eventuell als einziges großes Gruppenblog charakterisieren. Ich weiß nicht, ob Metzger als Redaktionsleiter den Beitrag von Thadeus Parade (Parade TV) vor der Sendung im heute-Journal zu Gesicht bekommen hat. Es hätte dem Beitrag gut getan, besagten Text noch mal neu einsprechen zu lassen.

Irrelevantes Geplapper? Keinesfalls, denn Twitter hat in Deutschland, bezogen auf die Nutzerzahl (Daily Unique Visitors) im März 2009 bereits die Website von heute.de überholt! Das heute-Journal hat keine eigene Website, sondern ist in zdf.de integriert, deren Besucherzahlen in Deutschland noch ungefähr doppelt so hoch wie die von Twitter sind. Bezogen auf die Seitenaufrufe liegt Twitter in Deutschland derzeit auf Platz 34, während weder zdf.de noch heute.de unter den Top 100 im Alexa-Ranking der meistgeklickten deutschen Websites zu finden sind.

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8 Kommentare

  1. Es kann eben nicht jeder mit der Zeit gehen. 😉 Wäre ja auch langweilig. Da zeigen sich Abnutzungserscheinungen. Es gibt solche Leute zu allen Zeiten. Früher hätte ich mich aufgeregt, heute schmunzle ich.

    Blogger sind selbstbewusst genug, um darüber hinweg zu sehen und ich glaube, dass kaum jemand überhaupt weiß, wer Jan Metzger eigentlich ist. So gesehen teilt er die Bedeutungslosigkeit von uns Bloggern. *G*

  2. Nun ist es korrekt, das Twitter keine Blogs hat. Leicht trennunscharf bezeichnet man aber das dort Statfindende auch als ‚Microblogging‘ (Micromessaging ist besser.)

    Das von heute.de da verbeitete bliebt zwar inkorrekt, ist aber nicht GANZ sxchief.

    Wenn man zudem das Forum nicht als die Web-1.0-Software sondern als ‚Kommunkationsraum‘ sieht (also: Forum = Marktplatz, wie im alten Rom oder eben Agora wie in Griechenland) — also als Ort viele durcheinanderlaufender gespräche, dann charakterisiert der ausdruck ‚Forum‘ Twitter sogar besser als der ausdruck ‚Micromessaging-Plattform‘, weil man das eine versteht und das andre eher nicht.

    90% der Leute, die du in der Fußgängerzone triffst, könnten dir sicher auch nicht definieren, was ein Forum ausmacht. (bei Amokläufen ist dann immer auch sehr schön von „Chats in Foren“ oder Forenchats die Rede 😉 )

  3. @Alexander: Welcome back auf meinem Blog!

    @Oliver: Ich freue mich sehr, deinen Kommentar hier zu lesen. Willkommen! Und danke für die präzise Begriffsbestimmung – mir ist „Microblogging“ als Term für Twitter auch immer schwer über die Lippen gekommen, auch wenn es allerorten so steht.

    Twitter als „Forum“ im klassischen und antiken Verständnis – das passt natürlich. Genau das Gefühl habe ich immer, wenn ich Twitter aufrufe. Ich unterstelle aber, dass Herr Parade das Web 1.0-Vehikel meinte. Würde mich gern getäuscht haben.

    Gruss,
    Karl-Heinz

  4. Ich lese hier schon noch ab und an. Habe das Blog ja in meinem Feedreader und über Twitter sind wir ebenfalls verbandelt.

    Also Twitter als 1.0-Vehikel aka Forum kann ich aber nicht unterstützen. Bei einem Forum gibt es ganz klar eine Hierarchisierung und Rollenzuweisungen. Es gibt Admins, Moderatoren, etc.

    Warum kannst du dich mit dem Begriff Microblogging nicht anfreunden? Allerdings könnten wir für Twitter oder blip und Konsorten Anleihen aus dem Bereich der Mobilkommunikation nehmen, oder? Aber short-blogging ist auch ein wenig gewöhnungsbedürftig.

  5. Microblogging hat sich (jetzt auch durch den Konferenznamen) leider eingebürgert.
    Es ist – wie der Begriff ‚Web 2.0‘ (den ich lieber durch ‚Social Web‘ ersetze, aber eben doch manchmal wiederwillig benutze,w enn es der Einfachheit und Schnelligkeit des Ausdrucks dient, unpräzise, aber man denkt, man wisse, was gemeint ist. Ähnlich ist es mit der Charakterisierung von Blogs als ‚online-Tagebücher‘ was etwas korrektes und etwas Fehlleitendes hat.

    Man darf aber auch nicht den Input des einzelnene Journalisten mit dem ‚Medium‘ an sich (und dessen Kompetenz) verwechseln.

    IdR hat der Journalist mehr Ahnung vom Thema an sich als der redigierende Redakteur. der redakteur wird sich hüten, selbst solche Definitionssalti wie von den ‚Twitterblogs‘ zu korrigieren. (Oder er macht es und es ist nachher schlimmer 😉 wie ich schon erfahren durfte.)

    Wenn man bei Telepolis immer in den Kommentaren liest, der eien Journalist schreibne genau wie der andere, dann werden da Fronten gebaut unter Verwendung von Leuten, die sich nicht mal kennen.

    Auch st die Menge an terminologischen oder gar inhaltlichen Vorgaben, die ein Journalist von der Redaktion (bzw. dem einzelnen Redaktuer) bekommt, sind massiv minimal. IdR wird höchstens der Hauptansatzpunkt an ein Thema mehr vorbesprochen als vorgegeben. wenn überhaupt. (Das alles jetzt bezogen auf Tageszetungen und Onlinemedien, für die ich gearbeitet habe. Magazine mögen anders agieren.)

    Gedankensprünge wie: „In Medium X steht folgender Unsinn, woran man sieht, dass alle bei Medium X von Y folgende Meinung / keine Ahnung haben…“ sind zwar in der Regel elegant zu vollführen, aber ebensooft grundlos 😉

    So, das war jetzt eher das Basismaterial für 3 Blogartikel 😉 Mal sehen ob es als Steinbruch taugt 😉

  6. Also… @Oliver: Trennscharfe Begriffsklärungen sind doch eher ein Betätigungsfeld der Akademik, würde ich sagen. Dass man im journalistischen Feld eher weite Formulierungen findet, das ärgert natürlich viele, die Wert auf eine eindeutigere Kommunikation legen. Nur, na ja… der Journalismus spricht die Masse an, und die Akademiker ihren geschlossenen Zirkel von Fachleuten. So zumindest der Status quo noch heute.

    Die Spezialisten wissen eben zu unterscheiden, zwischen z. B. Medium, Kommunikationsmittel, Kanal, und was nicht sonst noch. Für die meisten Leut ist doch das Medium der Kanal, oder nicht? Und wenn man einen „Admartinator“ als Beispiel herannimmt, könnte dieser demnächst Radio Bremen-Typ mit seiner Formulierung ja sogar recht gehabt haben.

    Die Pauschalisierungen treffen uns alle, ja. Aber das geht überall so, oder nicht? Medien treten in der Regel als Institution auf und selten als Konglomerat von Individuen. Das ZDF ist ja das ZDF. Wer genauer hinsieht, weiß, dass das nicht stimmt, aber diese Perspektive nehemen die Leute im Alltag eher nicht ein. Ich kenne auch jemanden, der für’s ZDF arbeitet, mit dem ich früher schon zusammen gearbeitet habe. Bei ihm bin ich mir ganz sicher, dass wir aus seinem Munde so eine Formulierung nicht gehört hätten.

    Wo wir hier im kleinen Kreis sind, sollten wir uns die Frage stellen, was am Ende davon überbleibt. Also von diesen Grabenkämpfen, bzw. diesen Verbündigungen von an sich Unbekannten. Wieviel Einfluss hat bspw. Rainer Meyers Pamphlet über Killerspiele im FAZ Blog gehabt und umgekehrt die ganzen Reaktionen der übrigen. Wenn man diese Ausmaße kennen würde, könnte man sich überlegen, wie sinnvoll es tatsächlich ist, irgendwas zu unternehmen. Oder wir würden feststellen: Ja es lohnt sich oder nein, es lohnt sich nicht, Stimmung zu machen oder Argumente zu präsentieren, usf.

  7. Nun, im Idealfall sollte ein kompetenter Journa,ist etwas so beschreiben, dass ein nicht fachkundiger Leser einen korrekten Eindruck bekommt.

    Wie KH bezweifle ich, dass das durch den Ausdruck

    „in sogenannten ‘Twitter-Blogs’ (ein virtuelles Forum)“

    (ganz abgesehen von der Grammatik) geleistet wird. (zumal 99% aller Fälle, in denen das Wort ‚virtuell‘ benutzt wird eigentlich ‚elektronisch‘ oder ‚im Internet befindlich’gemeint ist – nicht aber virtuell („scheinbar aber wie echt wirkend“). deswegen sind auch 1012% aller Sätze, in denen virtuell vorkommt, unsinnig. Ich sag dann immer: „Sind Telefongespräche eigentlich auch virtuell?“)

    Rainer Meyer ist ein Fall für sich und da wir keine Freunde sind beschränke ich mich auf die Feststellung, dass ihn viel weniger Leute kennen und für wichtig halten, als man so denkt – frag einfach mal rum 😉 so bei normalen „Netzexperten“. Unbestritten interessant und oft auch faszinierend treffend sind manche seiner Analysen. Als Killerspielexperten würde ich ihn aber nicht einschätzen -als NeoCon/Rassismus/antisemitismus-Experten schon- und seien Äußerungen entsprechend gewichten. Ob er dadurch jetzt zum 2. Michel Friedmann aufseugt, weil er in der FAZ bloggt… hm… (Tauchen die Texte eigentlich auch in Print auf? 😉 )

    Was die Medien angeht, so sollte man denke ich einfach dafür sorgen, dass dort mehr und mehr Netzkompetenz landet.
    Das bedingt auch, dass man für Interviews zur Verfüggung steht und sich einer allgemeinverständlichen und treffendes Sprache befleißigt.

    Idnem man z.B. erklärt, das Twitter ein dienst ist, der es erlaubt via web,. Chat oder SMS eingesandte Kurznachrichten an Leute zu verteilen, die einem abonniert haben und auf dem ein reger Austausch zu zeitnahen Ereignissen möglich ist.

    Dann muss der Journalist auch nicht zu ‚forenartigen Twitterblogs‘ greifen und ein Wort durch 3 andere Worte erklären, unter denen sich 90% seiner Leser AUCH nix vorstellen können.

    Und die Journalisten sollten sich einen kleine Harem an Leuten halten, von denen sie ordentliche Erklärungen geliefert bekommen.

    Und die Redakteure sollten versuchen rauszufinden, wer sich wirklich auskennt. 😉

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