Blog-Trainer

WordPress-Seminare seit 2006

Von Blogger (Blogspot) zu WordPress wechseln und ein Magazin-Layout nutzen

| 11.587 mal gelesen |

Ein selbst gehostetes WordPress-Blog ist für Business-Blogger einem Community-gehosteten Blog bei Blogger.com oder WordPress.com eindeutig vorzuziehen. Man gewinnt Freiheit im Layout und in der Funktionalität durch die zahlreich nutzbaren Layoutvorlagen (Themes) und Zusatzfunktionen (Plugins).

Bei einem Umzug von Blogger.com zu WordPress sind mindestens folgende Aufgaben zu erledigen:

  1. Migration aller Bloginhalte von Blogger zu WordPress
  2. Auswahl und oder Programmierung eines WordPress-Themes
  3. Umzug der .com-Domain von einem amerikanischen Registrar zu einem deutschen Hoster

Migration
Bei der Migration des Business-Blogs “The Strategy Web” (Herausgeber: Martin Meyer-Gossner) bin ich kürzlich wie folgt vorgegangen:

Zunächst wurden alle vorhandenen Inhalte in ein frisch aufgesetztes WordPress importiert. Blogartikel und Kommentare werden mit der Importfunktion von WordPress vollständig übertragen, die Label aus Blogger werden in WordPress zu Kategorien. Wenn das “alte” Blog während der Programmierung am neuen Blog weiter geschrieben wird, ist darauf zu achten, weder im alten noch im neuen Blog Blogartikel oder Label/Kategorien umzubenennen. Sonst entstehen beim Import der hinzugekommenen Artikel Duplikate, die man händisch entfernen muss. Duplikate bei Folgeimporten treten auch bei Artikeln auf, die Apostrophe a la “Mc Donald’s” im Titel haben.

Links auf Bilder sind nach dem Import immer noch Links auf das “alte” Blog. Da WordPress Bilder in drei Größen verwendet (Thumbnail, Middle, Full Size), ist ein Download aus dem “alten” Blog und neuerliches händisches Hochladen in das neue WordPress zwar aufwändig, aber sinnvoll. Man kann diesen Arbeitsgang auch nutzen, um fehlende Alternate-Tags und Bildunterschriften zu setzen.

Magazine Theme für WordPress
Nach ausführlicher Recherche fiel die Wahl auf ein Magazine-Theme aus der Revolution-Serie von Brian Gardner, das seit einigen Wochen GNU-lizensiert ist. Magazine-Themes haben den Vorteil, dass auf der Startseite viele Artikel angeteasert werden können. Zusätzlich gibt es beim gewählten Theme eine Galerie für “Featured Content”, die fünf Artikel besonders hervorhebt. Diese werden einer speziellen Kategorie zugeordnet und erhalten über ein benutzerdefiniertes Feld ein Bild zugewiesen, das in der Galerie angezeigt wird.

Für Benutzer, die die chronologische Anordnung der Blog-Posting erwarten und bevorzugen, gibt es einen eigenen Reiter “Blog” in der Hauptnavigation. Die Anpassung des Magazin-Themes an Designvorgaben ist dank einer übersichtlichen CSS-Datei ohne große Schwierigkeiten. Unkomfortabel für den Programmierer ist lediglich das Fehlen von Sprachdateien bei den Revolution-Themes.

Prototyping
Alle obigen Arbeiten erledige ich üblicherweise auf einem passwortgeschützen Webspace, auf den nur der Kunde und ich Zugang haben. Durch diese Arbeitsweise ist es nicht nötig, irgendwelche Screenshots hin- und herzuschicken. Der Kunde kann bereits am Prototypen “Hand anlegen”, und zum Beispiel statische Seiten (About, Impressum, Leistungen etc.) selbst schreiben, während das Blog noch entsteht. Das spart Arbeitszeit auf beiden Seiten. Der Kunde hat den Vorteil, dass er sich bereits jetzt mit dem Backend und seiner künftigen Arbeitsweise (Taggen und Auto-Taggen, Blogroll erstellen) vertraut machen kann.

Umzug der .com-Domain
Nun folgt das letzmalige Importieren der hinzugekommenen Postings und Kommentare, das Umhängen der Datenbank auf den neuen Webspace, die Entfernung des Zugriffsschutzes und der eigentliche Domain-Umzug. Der letzte Schritt kann bei einer .com-Domain zeitaufwändig sein. Wenn die Amerikaner unterm Weihnachtsbaum liegen und den Truthahn verdauen, kann auch schon mal eine reichliche Woche ins Land gehen :-)

Fazit: Der Umzug von Blogger/Blogspot auf ein eigenes WordPress (nicht WordPress.com) ist mit einigem manuellem Aufwand verbunden, aber gut machbar. Die gewonnene Freiheit beim Layout und bei den Plugins lohnt die Mühe allemal! Und: Man arbeitet fortan auf eigenem Grund und Boden (sprich: Domain) und nicht mehr als “Pächter in der Kleingartenkolonie”.

Das könnte Sie auch interessieren:

Autor: Karl-Heinz Wenzlaff

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen? Ich freue mich sehr auf Ihren Kommentar! Natürlich sollten Sie dabei Ihren bürgerlichen Namen und am besten eine E-Mail-Adresse mit Gravatar verwenden. Vielen Dank!

13 Kommentare

  1. Hallo Karl-Heinz!

    Was passiert dann mit den alten Links zu dem Blog? Können diese auch über 301-Redirect umgeleitet werden?

    Grüße und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschend
    steffen

  2. Frohes Neues Jahr euch allen und das mitr den alten Links würde mich auch intressieren da ich noch relativ neu in der Bloggerscene bin und ich natürlich am überlegen bin wie ich das am besten nen bissel profesioneller gestalten kann.Finde das Magazin layout sieht sehr seriös aus .
    Werde jetzt erstmal hier weiterlesen um mir mehr infos darüber zu suchen

    mfg

  3. Pingback: Auch in der Weinbranche: Blogs werden immer wichtiger

  4. Hallo Steffen,

    vielen Dank für Deine Frage, das ist ein wichtiger Punkt.

    Wir haben bei dieser Migration die Domain “mitgenommen”, so dass sämtliche Links auf die Startseite wieder auf der Startseite landen. Allerdings ändern sich beim Umzug von Blogger zu WordPress viele URLs einzelner Seiten (erstens) wegen der anderen Behandlung der Umlaute, (zweitens) wegen der nicht mehr nötigen Endung .html und (drittens) weil wir die Permalinks aus Suchmaschinengründen ohnehin verbessern wollten.

    Für alle betroffenen Unterseiten ist serverseitig ein permanentes 301-Redirect sinnvoll. Die Regel könnte man zwar auch programmieren, aber bei einer überschaubaren Zahl betroffener Seiten ist man schneller fertig, wenn man sie händisch in die .htaccess einpflegt. Die Zeilen sehen dann etwa so aus:

    Redirect permanent /2008/12/rckblick-zum-trendforum-2008.html http://www.thestrategyweb.com/rueckblick-zum-trendforum-2008

    wobei der alte Pfad relativ und der neue Pfad absolut notiert wird.

    Woher weiß man, welche Seiten betroffen sind? In den Webmastertools unter “Links ==> Seiten mit externen Links” gibt es eine Übersicht, die man als Excel-Datei runterladen kann. Das ist recht bequem und schnell erledigt. Nur noch die korrekten Pfade ergänzt und ab in die .htaccess-Datei. Eine halbe Stunde Arbeit in diesem Fall. Bei einer recht neuen Seite ohne allzu viele externe Links im Google-Index würde auch das Ermitteln der eingehenden Links mit der Googlesuche link:http://www.thestrategyweb.com zum Ergebnis führen, wäre aber wohl umständlicher.

  5. Einen großen Dank an Sie, Herr Wenzlaff. Das war eine reife Leistung! Wenn mir Leser heute schreiben, dass der Relaunch von http://www.thestrategyweb.com ‘äußerst gelungen ist’, das Lesen des Blogs ‘noch mehr Spass macht’ und ‘die Kombination von Layout und Usability’ gelobt wird, dann haben wir als Team gut funktioniert. Aber ohne Ihre Hilfe wäre der Relaunch 2010 realistisch gewesen…

    Als unsere IT- und Webtechnik bei Migrations- und Relaunchprojekten von http://www.silicon.de früher gestöhnt hat, haben wir Salesleute immer gelacht. Wir waren unerfahren, wo die Gefahren und Risiken einer ‘Neudarstellung’ liegen. Jetzt fühle ich mit den Kollegen. Die ‘alte’ Linie zu verlassen, ist immer so eine Sache – aber sie ist es allemal wert.

    Wer rastet, der rostet! The Strategy Web versucht dem Einhalt zu gebieten und neue Denkansätze für das Webbusiness zu finden – Ideen und Input hierzu sind willkommen. Dank der Hilfe des Blogtrainers kann ich mich jetzt wieder voll und ganz darauf konzentrieren: der erste Output ist meine Joberfindung eines ‘Personal Web Manager’ http://tinyurl.com/7xna9f. Ob Utopie oder Vision sollen andere kommentieren… In den Tagen des Relaunches wäre eine solche Person sehr hilfreich gewesen.

    Nochmals vielen Dank Herr Wenzlaff,
    schreibt Ihnen
    Martin Meyer-Gossner

  6. Das Magazin-Thema sieht ziemlich gut aus. Wie aufwendig ist denn die Bildbearbeitung für die Teaser-Artikel?

    Bei anderen Magazin-Themen ist das ziemlich aufwendig, man muß immer ein Teaser-Bild anfertigen und dann die Grafiken immer für zwei Formate (im Teaser-Format und im Artikel-Format) einbinden.

  7. Hallo Karl-Heinz!

    Das das mit dem Eintrag der Redirect in die .htaccess so einfach ist, hätte ich nicht gedacht. Bei mir habe ich mir damals mit einem Plug-in behelfen müssen.

    Übrigens gibt das von dem Revolution Magazin-Theme verwende “Featured Content” auch separat als kostenloses Plug-in. Die Frage ist nur, ob es sich lohnt, das auch in ein “normales” Blog zu installieren.

    Auch ich plane demnächst einen großen Relaunch. Und zwar den von meiner Firmenwebsite. Diese ist noch in stinknormalen Html installiert. Dafür aber mit hunderten Fehlern. Ich habe sie einfach per MS Frontpage programmiert (lassen). Zukünftig möchte ich WordPress als CMS für diese Site laufen lassen. Wenn alles gut verläuft, geht die Seite nächste Woche on. Also drückt mir die Daumen! :-)

    Grüße
    steffen

  8. @TheStrategyWeb: nochmals herzlichen Dank für das Lob und die gute Zusammenarbeit! – ja, solch ein Relaunch funktioniert nur in Teamwork, und das haben wir auch aus meiner Sicht sehr gut hinbekommen.

    @Karsten: Da WordPress jeweils 3 Größen jedes Bildes verwaltet, ist das recht einfach. Die Thumbnails auf der Magazinseite werden automatisch in der passenden Größe (z.B. 70 mal 70 generiert), für die Slideshow im Featured Content wird das Vollbild genommen. Die Featured Content Gallery setzt das Bild immer mittig und skaliert nicht, so das bei zu kleinen Bildern ein schwarzer Rand bleibt, aber das stört im Allgemeinen nicht. Beide Bildformate (thumbnail und gallery image) werden bei Bedarf im Artikel in benutzerdefinierte Felder eingetragen – das ist der einzige Mehraufwand, den der Autor hat.

    @Steffen: Da bin ich aber echt gespannt und drücke die Daumen!

  9. Erst einmal ein frohes neues 2009 (ist ja noch nicht zu spät).

    Verständnisfrage bzgl. des neuen Hosts: bei Selbsthosting zu einem deutschen Anbieter zu wechseln ist keine Pflicht, oder habe ich da ein bis drei neue Gesetze übersehen?
    Wichtig ist doch für Blogger, die ein rein deutsches (nicht einmal deutschsprachiges, oder?) Publikum ansprechen (auch wenn sie selber nicht in Deutschland sesshaft sind), dass sie die Gesetze zur Impressumspflicht und Linkgeschichten ausserhalb ihrer eigenen Seite beachten.

    Der Punkt bezog sich doch sicherlich auf User, die des Englischen nicht so mächtig sind?

  10. Erst mal herzlichen Glückwunsch zum Relaunch, Karl-Heinz! Sieht gut aus. Den Hintergrund würde ich noch etwas heller gestalten. Auch bei mir hat sich inzwischen einiges getan. Die Firmenwebsite suXess24 wurde letzte Woche erfolgreich relauncht. Freue mich natürlich auch über euer Feedback. Meinen Blog habe ich versucht dementsprechend anzupassen. Allerdings bin ich mit dem Ergebnis noch nicht so zufrieden. Aber wie heißt es so schön: Kommt Zeit, kommt Rat.
    In diesem Sinne
    Herzlichst
    Steffen

  11. Hallo Steffen,
    sehr schickes Theme, das du da verwendet hast – das CMS sieht wahrlich nicht mehr nach WP aus. Ein paar ganz kleine Tipps hätte ich noch, aber das machen wir telefonisch.

    Danke für den Hinweis mit der Hintergrundfarbe! Ist es jetzt besser? Habe mich komplemäntär zu meinem Blau mal an einem Goldgelb vergriffen ;-)

  12. Das ging ja schnell. Jetzt ist es perfekt. Freue mich auf deinen Anruf.

  13. @mlle a.: Grundsätzlich ist es egal, ob man sein selbstgehostetes Blog im Ausland oder in D hostet. Beim Umzug eines Blogs von einem der “Massenbloghoster” WordPress.com, Blogspot / Blogger oder Typepad auf ein selbstgehostetes WordPress muss man aber ohnehin Webspace anmieten. Das kann man dann auch gleich bei einem inländischen Hoster machen, was hin und wieder die Kommunikation erleichtert.