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Mehr Blogleser durch zeitversetztes Veröffentlichen?

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Blogger kennen das: Ein am späten Abend veröffentlichtes Posting wird kaum noch wahrgenommen, da es morgens von neueren Postings bei Technorati, Google Blogsearch oder in Feedreadern verdrängt wurde. Der Zeitpunkt eines Postings hat Einfluss auf die Zahl der Leser und Kommentare. Durch Vordatieren des Zeitstempels des Beitrages erreicht man eine Veröffentlichung des Beitrages zum Wunschtermin. Auch die Suchmaschinen und Blogverzeichnisse werden erst dann „angepingt“.

Niemals am Freitag
Doch welche Uhrzeit ist optimal für die Veröffentlichung? Im E-Mail-Marketing ist es üblich, Newsletter am späten Vormittag zu versenden, am besten am Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag. Dann ist die Aufnahmebereitschaft für Neues besonders groß. Die über das Wochenende eingegangene E-Mail-Flut ist bereits abgearbeitet, das Wochenende noch fern. Zeit zu lesen.

Kann man diese Empfehlung auf Blogs übertragen?
Einen ersten Hinweis für die optimale Posting-Zeit erhält man, wenn man einmal die Uhrzeiten der letzten X Kommentare festhält und sortiert. Eine Häufung von Kommentaren stellt man meist in den Nachmittagsstunden (vor Feierabend) und am frühen Abend fest. Negativ aus der Rolle fällt aber der Freitagnachmittag und der komplette Sonnabend. Da haben auch hartgesottene Blogleser offenbar anderes vor.

besucher-nach-tageszeit.jpg

Genauere Fingerzeige für gute Zeitpunkte erhält man durch Statistik-Tools wie Google Analytics, die die stündliche Verteilung der Leser registrieren. Diese ist von Blog zu Blog sehr verschieden. Bei meinem Businessblogs registriere ich zwischen 9 und 17 Uhr rund zwei Drittel der täglichen Besucher. Ich datiere deshalb wichtige Beiträge auf 9 bis 11 Uhr vor und erreiche mehr Leser direkt.

Welche Erfahrungen habt ihr mit der optimalen Postingzeit und dem Vordatieren gemacht? Hat sich die Zahl der Kommentare dadurch erhöht?

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11 Kommentare

  1. Das entspricht auch meiner Beobachtung. Ich poste meistens auf 8:00 Uhr morgens (des Folgetages). Kommentare gibt es dann oft schon am Vormittag selbst, gefolgt von einer sehr langen „Mittagspause“. Weitere Kommentare werden dann meist am späten Nachmittag bzw. frühen Abend geschrieben.

    Interessant ist: Je mehr Kommentare ein Beitrag schon hat, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass noch mehr dazu kommen. Bekommt einer meiner Artikel nicht schon Vormitags zwei oder drei Kommentare, geht er meistens gänzlich leer aus: Wo nichts steht, schreibt auch keiner gern was dazu…

  2. Das haben Blogpostings offenbar mit Kneipen gemein: Wenn schon einer drin sitzt, gesellt man sich dazu. Ist die Kneipe leer, geht keiner rein.

  3. Kommt das nicht auf die Zielgruppe an? Wer fürs deutsche Publikum schreibt, kann sich den Luxus leisten, auf eine Zielgruppe zu optimieren, aber z.B. bei Kasinomics würde es mir schon schwer fallen, auf die deutsche, englische, amerikanische oder australische Zeit zu optimieren.

  4. Pingback: Verhaltensbiologie & PR » Blog Archive » Wo viel kommentiert wird, gibt es Aufmerksamkeit!

  5. Erinnert mich ein wenig an die damalige Diskussion: wann die eBay Auktionen ausklingen lassen, damit möglichst viele Interessenten online sind und den Preis hoch treiben. Ich habe daran nicht geglaubt und musste eine bittere Pille schlucken, als ich einen Power Mac um die hälfte des üblichen Preises abgeben musste, nur weil die Auktion am Dienstag 9.00Uhr endete…
    Danach habe ich hauptsächlich sonntagabends verkauft und immer den höchsten Preis für meine gebrauchten Macs bekommen.
    Eine Freundin dagegen verkaufte sehr erfolgreich die nicht mehr benötigten Baby Sachen nur vormittags und zwar an Wochentagen zwischen 9 und 10 Uhr, wenn die Mütter „…etwas Zeit für sich haben…“.

    Bei den Blogs ist es ähnlich. Jeder Blog ist anders und hat eine bestimmte Zielgruppe, die zu gewissen Zeiten am besten zu erreichen ist.
    Darüber hinaus sollte nicht vergessen werden, dass viele Leser nach Themen suchen und sich dadurch den Strom entziehen, weil sie keine Regelmässige Leser eines Bloges sind.

    Man kommt nicht daran vorbei: beobachten, analysieren und optimieren!

  6. @Stefan: Das mit dem Auktionsende bei e-Bay ist ein sehr treffender Vergleich! Die Abhängigkeit von den zeitlichen Gewohnheiten der Leser bzw. Käufer ist bei Blogs und Auktionen ähnlich stark ausgeprägt.

    Auf meinem Placeblog BAR-blog kommt der größere Teil der Leser abends, manche kommentieren kurz vor dem Gang zu Bett. Demzufolge poste ich dort auch in den frühen Abendstunden. Wie du sagst: Beobachten, Analysieren, Optimieren.

  7. Beobachten, Analysieren, Optimieren! Stimmt!

    Eure statements treffen voll zu. Auch die ebay-Erfahrungen kann ich voll und ganz bestätigen.

    Übrigens, Marathonläufer kommentieren scheinbar gern am frühen Morgen!

    Viele Grüße aus Hönow

  8. Eine bei ReadWriteWeb zitierte Studie kommt zu einem ganz ähnlichem Ergebnis. Auch hier wird erwähnt, dass die Auferksamkeit nach dem Mittag an größten ist. Siehe:

  9. Hehe – die alte ebay Diskussion lebt wieder auf. Viel interessanter finde ich die Tatsache, daß in meinem Google Analytics der Punkt „Grafik nach Stunde“ nirgends auftaucht! Wie kommt man denn an/in diesen Betatest?

  10. @Knut: Unter „Besucher >> Besuchertrend >> Besuche“ kann man auch Grafiken nach Stunde anzeigen lassen.

    Gruß, Karl-Heinz

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