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Wie startet man ein Corporate Blog? – Lessons learned

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In jedem meiner Corporate-Blog-Seminare und bei jedem Corporate-Blog-Coaching begegne ich Vorurteilen und Mythen über Blogs und Unternehmensblogs. Blogs seien Internettagebücher, Contentfutter für Suchmaschinen, wahre PageRank-Booster, ein neues Tool der Marketingabteilung, eigentlich nur Foren, aber wohl doch nur ein Hype, der bald wieder verschwinden würde.

Technisch gesehen sind Unternehmensblogs absolut keine Raketentechnik. Selbst wenn man planlos an den Start gehen würde, könnte man ein Corporate Blog nach ein paar Tagen oder Stunden ganz ansehnlich ins Netz stellen. Die Kosten dafür hängen nur vom Grad der Integration in eine vorhandene Corporate Website ab.

Doch was wäre damit erreicht? Fast nichts! Ohne strategische Absicht und klares Kommunikationsziel entstünde eines der „Wundertüten-Blogs“, die kaum Leser haben und deren Macher schnell frustriert aufgeben. Beispiele hierfür findet man selbst auf den mittleren Rängen der Top 100 Business Blogs, einem selten aktualisierten Verzeichnis der deutschsprachigen Corporate Blogs.

Für mich sind Unternehmensblogs vor allem Gespräche im öffentlichen Raum, deren Verlauf zunehmend das Image von Unternehmen im Internet prägt. Unternehmen, die Corporate Blogs mit einem fundierten Konzept an den Start gebracht haben und aktiv nutzen, genießen Vorteile, die Mike Schnoor in seinem Posting „HowTo: Corporate Blogs“ wie folgt zusammenfasst:

  1. Veröffentlichung von aktuellen Informationen im Internet
  2. Zeitnahe Reaktion auf Ereignisse und Entwicklungen
  3. Unterstützung von klassischen “offline” Kampagnen
  4. Kostengünstige Kommunikation und preiswertes Marketing
  5. Aufmerksamkeit erregen, Neukunden ansprechen, Stammleser schaffen
  6. Informationsangebot systematisch und nachhaltig ausbauen
  7. SEO-Faktor durch gute Positionen bei Google erreichen

Punkt 5 („Aufmerksamkeit erregen, Neukunden ansprechen“) halte ich dabei für den wichtigsten Vorteil eines Business Blogs.

Die Autoren müssen auf die Gesprächskultur in Blogs vorbereitet werden und (neudeutsch) die passenden „Communication Skills“ erwerben. Wer sein Corporate Blog startet und diese Einsicht ignoriert, scheitert mit großer Wahrscheinlichkeit. Dies gilt übrigens unabhängig davon, ob es sich um ein Mitarbeiterblog (ein Gruppenblog), ein CEO-Blog (One-Man-Show, keine PR-Veranstaltung!) oder ein Produktblog (hier sollten Produktmanager, aber nicht Marketing-Manager die Akteure sein) handelt.

Womit fängt man an? Beobachten, zuhören und Blogs lesen! Nur Wissende können etwas zum Gespräch beitragen, deshalb schule ich in meinen Blog-Kursen zuerst die Benutzung von RSS-Readern und Blogsuchmaschinen. Wer mitreden will, muss zuerst hören und lesen lernen.

Wissen Sie, was im Blogs in der vergangenen Woche über Sie, Ihr Unternehmen und Ihre Produkte geschrieben wurde? Fangen Sie heute mit Blogmonitoring an, denn auch in Deutschland gibt es inzwischen Blogs, die mehr regelmäßige Leser haben als die Fachzeitschriften Ihrer Branche.

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3 Kommentare

  1. Seit dem Interview mit dir, habe ich auch eine Menge dazugelernt. Seit dem wächst der Besuchertraffic in meinem Blog und fast täglich kommen neue Kommentare dazu. Es macht einfach Spaß und man erreicht mit einem Blog sehr viele Menschen. Natürlich gehört ein dementsprechend professionelles Auftreten im Web dazu. Deshalb finde ich es wichtig, dass man sich vorher gut informiert oder ein Seminar beim Blogtrainer besucht. 😉
    Gruß aus Zittau
    Steffen

  2. Hallo Steffen,

    vielen Dank für das Lob!

    Ich bereite gerade ein Seminar „Blogpromotion“ vor, also wie man sein Blog richtig in Schwung bringt. Das hat enorm viele Berührungspunkte zu Social Networking.

    Wollen wir mal zusammen einen entspechenden Workshop anbieten? (Zwei Web 2.0 Seminare – Ein Preis) Kann mir gut vorstellen, dass dies besonders für PR-Profis und Agenturen interessant sein könnte. Was denkst du?

  3. Diese Idee schwebt mir schon lange im Kopf. Lass uns dazu mal nächste Woche telefonieren. Schönes Wochenende wünsche ich dir.

    Liebe Grüße
    Steffen